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26 März 2020

Familiäre Trennung als Gesundheitsrisiko – wir2 und wir2Reha bieten Hilfe

 

Die Ärztekammer NRW hatte zu einer Fortbildungsveranstaltung (4 CME-Punkte) ins Düsseldorfer Haus der Ärzteschaft eingeladen. Das Thema: „Familiäre Trennung als Gesundheitsrisiko“. Prof. Dr. Matthias Franz vom Universitätsklinikum Düsseldorf gehörte zu den Referenten am Podium. Er nahm zu den gesundheitlichen und psychosozialen Trennungsfolgen Stellung und präsentierte Praxismodelle, die betroffenen Alleinerziehenden Hilfe bieten: wir2 als präventives, ambulantes Bindungstraining und wir2Reha zur stationären psychosomatischen Rehabilitation.

 

Alle Experten sind sich einig – das zeigten Vorträge und Diskussionen: Trennungskonflikte belasten nicht nur die Eltern, sondern auch die Kinder. Es besteht die Gefahr, dass Alleinerziehende – aufgrund der erheblichen psychosozialen Belastungen, die sie schultern müssen – ihr Kind emotional missverstehen, unangemessen kritisieren und weniger Konsequenz zeigen. Die mögliche Folge: Kinder können die emotionale Sicherheit verlieren: Psychische Problem oder Verhaltensprobleme entstehen, die sich häufig im Abfall der Schulleistungen oder als Konflikte in den Beziehungen zu Geschwistern und Gleichaltrigen offenbaren.

 

Für ihre Mütter und Väter erhöhen die familiären Trennungskonflikte das Risiko, an Depression oder Burn-out zu erkranken, konstatiert Prof. Franz. Er ist überzeugt: „Armut an Geld und Beziehungen sind die großen psychosomatischen Krankmacher“. Ein erprobtes Präventionsprogramm wie das Elterntraining wir2 (20 Gruppensitzungen mit Kinderbetreuung) kann belasteten Alleinerziehenden und ihren Kindern helfen

 

Neu ist das sechswöchige stationäre Rehabilitationsangebot wir2Reha, das derzeit die Celenus Klinik in Schömberg/Schwarzwald und die Decimed Klinik im sächsischen Bad Elster im Rahmen einer Studie anbieten. In beiden Einrichtungen können 3 bis 12-jährige Kinder während des Aufenthaltes ihrer Mutter pädagogisch betreut werden (www.wir2-reha.de).

 

Lese-Tipp: Mit der Überschrift „Scheiden tut weh“ wird das Rheinische Ärzteblatt 4/2020 in einem Special wird über die Fortbildungsveranstaltung berichten.

 

Bildtext: Experten zum Thema „Familiäre Trennung als Gesundheitsrisiko“: (v.l) BVKJ-Präsident Dr. Thomas Fischbach, Dr. Petra Walger, Chefärztin LVR-Klinikum Düsseldorf, Prof. Dr. Matthias Franz, Uni-Klinikum Düsseldorf, Christa Bartels, Vorstandsmitglied Ärztekammer NRW, und Prof. Dr. Peter Zimmermann, Entwicklungspsychologe an der Uni Wuppertal

 

Fotograf: Jochen Rolfes

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02 März 2020

Wenn die Trennung zum Gesundheitsrisiko wird: Neues, stationäres Angebot „wir2Reha“ hilft belasteten Alleinerziehenden

 

Alleinerziehende Eltern tragen dauerhaft die komplette emotionale und finanzielle Verantwortung für sich und ihr(e) Kind(er). Sie sind deshalb besonders anfällig für psychosomatische Erkrankungen wie chronische Erschöpfung oder eine Depression. Unter ständiger Anspannung und Stress leidet oftmals auch die Eltern-Kind-Beziehung.

 

Diese Erfahrung veranlasste den Arzt und Psychoanalytiker Prof. Dr. Matthias Franz vom Universitätsklinikum Düsseldorf mit seinem Team ein inzwischen mehrfach ausgezeichnetes Bindungstraining für belastete Alleinerziehende und ihre Kinder zu entwickeln. Das neue stationäre Unterstützungsangebot wir2Reha basiert auf den Erfahrungen des bundesweit in kommunalen Einrichtungen ambulant angebotenen wir2- Präventionsprogramms, das in 20 Gruppensitzungen das mütterliche oder väterliche Selbstvertrauen fördert, elterliche Feinfühligkeit sowie die Eltern-Kind-Bindung stärkt, das seelische Gleichgewicht der Betroffenen und die sozialen Kompetenzen für den Alltag verbessert und so insgesamt auch das Wohlbefinden der Kinder fördert.

 

wir2Reha hilft Alleinerziehenden, die aufgrund ihrer gesundheitlichen Probleme –  z. B. Depression oder Burn-out – im Rahmen einer stationären Rehabilitation behandelt werden. Das Angebot umfasst auch die begleitende Betreuung für Kinder im Vor- und Grundschulalter. Dabei steht die psychosomatische Rehabilitation der Alleinerziehenden an oberster Stelle, während parallel die Kinderbetreuung durch die Klinik erfolgt – bei Bedarf ergänzt durch ein pädagogisches Beratungs­angebot für die Patienten. Der mehrjährige Testlauf im Celenus Klinikum Schömberg (seit 2016) verlief ausgesprochen erfolgreich.

 

BMBF und DRV unterstützen ein Forschungsprojekt zu „wir2Reha“

 

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Deutsche Rentenversicherung wollen es nun genau wissen. Beide Institutionen bewilligten für das Projekt  „Zuweisung und Etablierung eines zielgruppenspezifischen Angebots für alleinerziehende Mütter in der stationären psychosomatischen Rehabilitation“ begleitende Forschungsmittel.

 

 „Wir können sofort mit dem wir2Reha-Programm starten“, erklärt Matthias Franz.  „Die Celenus Kliniken in Schömberg/Schwarzwald und im sächsischen Bad Elster haben bereits die organisatorischen und personellen Voraussetzungen zur Durchführung der Studie geschaffen.“ Für die Evaluation wird es jeweils Kontrollgruppen geben, die das übliche Reha-Programm ohne wir2Reha durchlaufen, so dass sich die Wirksamkeit der Projektteilnahme prüfen lässt.

 

Prof. Dr. Gunter Thielen, Vorstandsvorsitzender der Walter Blüchert Stiftung, gratuliert Matthias Franz und seinem Team zu diesem Erfolg: „Als Träger des wir2-Projektes freuen wir uns sehr, dass nun noch mehr Alleinerziehende  und ihre Kinder – von unserem Kooperationsprojekt profitieren können.“

 

Weiterführende Links:

Projekt wir2Reha: http://www.reha-alleinerziehende.de       

Projekt wir2 – Bindungstraining für Alleinerziehende: https://www.wir2-bindungstraining.de/

Celenus Klinik Schömberg: https://www.klinik-schoemberg.de/therapie/therapieangebot/

Celenus Klinik Bad Elster: s. https://www.dekimed.de/klinik/

Deutsche Rentenversicherung: s. https://www.deutsche-rentenversicherung.de

Walter Blüchert Stiftung: s. https://www.walter-bluechert-stiftung.de/

 

 

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