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Kommunikation | Silke Hanheide

07 April 2016

wir2 im Erzbistum Köln: (v.l.) Dr. Peter Scharr, Erzbistum Köln; Prof. Dr. Gunter Thielen, Vorstandsvorsitzender der Walter Blüchert Stiftung; Prof. Dr. Matthias Franz, , Heinrich-Heine-Universität; und Dr. Frank Hensel, Diözesan-Caritasdirektor

wir2 im Erzbistum Köln: (v.l.) Dr. Peter Scharr, Erzbistum Köln; Prof. Dr. Gunter Thielen, Vorstandsvorsitzender der Walter Blüchert Stiftung; Prof. Dr. Matthias Franz, , Heinrich-Heine-Universität; und Dr. Frank Hensel, Diözesan-Caritasdirektor

Alleinerziehende mit dem wir2 Bindungstraining unterstützen – Kölner Erzbistum, Diözesan-Caritasverband und Walter Blüchert Stiftung kooperieren

Wohnortnah und kostenlos

Das wir2 Bindungstraining kommt speziell Alleinerziehenden zugute, die sich professionelle Unterstützung wünschen – ein Angebot, in dem sie Kraft und Selbstvertrauen für das Leben als Familien-Alleinverantwortliche finden können. Das Programm ist maßgeschneidert für Alleinerziehende mit einem Kind oder mehreren im Alter von drei bis zehn Jahren und besteht aus 20 Gruppensitzungen, die von zwei geschulten Fachleuten geleitet werden: wohnortnah, abgestimmt auf die besondere Lebenssituation, mit Kinderbetreuung und für die Alleinerziehenden kostenlos. Entwickelt wurde das Elterntraining von dem Arzt und Psychoanalytiker Prof. Dr. Matthias Franz und seinem Team an der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität in Zusammenarbeit mit der Walter Blüchert Stiftung.

Unzureichende gesellschaftliche Rahmenbedingungen, fehlende Betreuungsangebote
Rund acht Millionen Familien mit minderjährigen Kindern zählt die Statistik in Deutschland. Knapp zwanzig Prozent davon sind alleinerziehende Mütter oder Väter, Tendenz seit Jahrzehnten steigend. In neun von zehn Fällen ist die Mutter der alleinerziehende Elternteil. Studien zeichnen dazu ein differenziertes Bild dieser Ein-Eltern-Familien und räumen mit Vorurteilen auf. Viele Alleinerziehende sehen ihre Lebenssituation überwiegend positiv, verfügen über ein hohes Selbstbewusstsein und haben ihre ganz persönlichen Strategien, um die Herausforderungen des Alltags zu meistern.

Allerdings: Unzureichende gesellschaftliche Rahmenbedingungen, fehlende Betreuungsangebote für Kinder sowie die Auswirkungen von Hartz IV belasten Alleinerziehende und ihre Kinder besonders. Armut an Geld und Armut an Beziehungen sind die zentralen Themen, die Alleinerziehende unter Druck setzen. Das kann auch langfristig wirksame Belastungen nach sich ziehen. So verwundert es nicht, dass manche Alleinerziehende Unterstützung brauchen. 

Prof. Dr. Matthias Franz weist darauf hin, dass das wir2 Bindungstraining nachweislich präventiv wirkt: „das belegen unsere Evaluationen. Sie zeigen: Die wir2-Kurse können seelische Belastungen der Alleinerziehenden nachhaltig verringern, elterliche Kompetenzen fördern und damit auch die Beziehung zum Kind stärken.“ Aufgrund seiner Qualität und Wirksamkeit wurde wir2 mit dem renommierten Heigl-Preis ausgezeichnet. 

„Die Walter Blüchert Stiftung steht Menschen zur Seite, denen es in ihrer derzeitigen Situation schwierig bis unmöglich erscheint, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben“, erläutert Prof. Dr. Gunter Thielen, Vorstandsvorsitzender der gemeinnützigen Gütersloher Stiftung. „Je früher es uns gelingt, Menschen beim Überwinden dieser Hürden zu helfen, ihr Selbstbewusstsein und ihre Kompetenzen zu stärken, desto geringer sind die erforderlichen Investitionen angesichts der hohen sozialen und volkswirtschaftlichen Kosten, die durch lebenslange Abhängigkeit von staatlicher Hilfe entstehen.“

Vielfältige Hilfen im Erzbistum Köln
Dr. Frank Joh. Hensel, Diözesan-Caritasdirektor: „Jedes fünfte Kind in Deutschland wächst bei nur einem Elternteil auf – meist bei der Mutter. Oftmals sind Alleinerziehende nicht nur finanziellen, sondern auch hohen gesundheitlichen und psychischen Belastungen ausgesetzt. Diese Belastungen wirken sich auch auf die Kinder aus. Dann brauchen Mutter und Kind oder Vater und Kind neben einer finanziellen häufig auch eine gezielte psychosoziale Unterstützung.“ Das wir2-Bindungstraining, so Hensel weiter, leiste da wichtige Hilfe zur Selbsthilfe und ergänze die vielen Angebote in den katholischen Familienzentren und Fachdiensten.

„Der Kurs wir2 ist eine sinnvolle Ergänzung der unterstützenden Bildungsangebote für Eltern, die die katholischen Bildungseinrichtungen in großem Umfang organisieren“, ergänzt Dr. Peter Scharr, Leiter der Abteilung Bildung und Dialog im Erzbistum Köln. „Bildungsveranstaltungen, die sich speziell an Alleinerziehende wenden, können in besonderer Weise hilfreich sein. Denn insbesondere Alleinerziehende tragen eine große Verantwortung. Daneben schätzen Alleinerziehende alle Bildungsangebote mit Kinderbetreuung; so haben sie die Möglichkeit teilzunehmen. Da wollen wir mit den Angeboten unserer Erwachsenen- und Familienbildung ansetzen.“

Regionale Partner
Folgende Partner bieten ab Sommer die kostenfreien Kurse in ihren Regionen an: Sozialdienst Katholischer Männer (Köln) mit dem Katholischen Bildungswerk Köln, Flingern mobil (Düsseldorf); Kath. Familienbildungsstätte Wuppertal; familienforum edith stein, Neuss, sowie die Köln-Ring gGmbH.

Ansprechpartner für die Medien

Walter Blüchert Stiftung

wir2 Bindungstraining
Dirk Rampoldt
E-Mail: d.rampoldt@remove-this.wir2-bindungstraining.de
Tel.: 0211 301289-45

Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln e.V.

Abteilung Fort- und Weiterbildung
Markus Linden-Lützenkirchen
E-Mail: markus.linden-luetzenkirchen@remove-this.caritasnet.de
Tel.: 0221 2010-275

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04 April 2016

Buchbesprechung „Alleinerziehend, Selbstbewusst und Stark“ von Prof. Dr. Matthias Franz mit einem Vorwort von Prof. Dr. Gunter Thielen, Vorstandsvorsitzender der Walter Blüchert Stiftung

 

Broschierte Ausgabe im Verlag Fischer & Gann, Munderfing 2016, 217 Seiten – ISBN 978-3-903072-21-3 (16,50 Euro) – ISBN E-Book 978-3-903072-28-2

 

Ratgeber für Alleinerziehende – die Liste der Veröffentlichungen zu diesem Thema ist lang. Kein Wunder, denn die Zielgruppe hat gewaltige Dimensionen: Rund acht Millionen Familien mit minderjährigen Kindern zählt die Statistik in Deutschland. Knapp zwanzig Prozent von ihnen – ca. 1,6 Millionen – sind alleinerziehende Mütter oder Väter, Tendenz steigend. Sie stehen oft großen Herausforderungen gegenüber.

 

Die meisten Ratgeber, die sich an sie richten, bieten persönliche Erfahrungsberichte, Mutmach-Geschichten oder Wegweiser durch den Behördendschungel. Das Buch von Matthias Franz ist anders. Der Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Neurologie und Psychiatrie ist stellvertretender Direktor des Klinischen Instituts für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie an der Universitätsklinik Düsseldorf. Er hat gemeinsam mit der Walter Blüchert Stiftung das Bindungstraining wir2 entwickelt, das speziell Alleinerziehenden zugutekommt, die sich professionelle Unterstützung wünschen – ein Angebot, in dem sie Kraft und Selbstvertrauen für das Leben als Familien-Alleinverantwortliche finden können.

 

Oft sind es die Kinder, die in ihrem Verhalten signalisieren, dass es zu Hause Schwierigkeiten gibt. So steht der Blick auf die emotionale Entwicklung des Kindes im Fokus dieses Ratgebers: Kindliche Bindung und emotionale Sicherheit können durch Trennungssituationen aus dem Gleichgewicht geraten. Mit Fallbeispiele und Übungen zu Alltagsszenarien unterstützt das Buch Alleinerziehende dabei, Trennungsängste zu erkennen, ein besseres Selbstwertgefühl zu gewinnen – beispielsweise Übung 10/S. 163: So werden Sie als Mutter stark – und die innere Balance wieder zu finden.

 

Mit den im wir2-Programm bewährten Übungen für Mütter (90 % der Alleinerziehenden) und ihre Kinder will Matthias Franz das emotionale Einfühlungsvermögen fördern – zum Beispiel mit dem „Gefühlsthermometer“, dem „Gefühlsspiel“, dem Brief an den Vater oder der Trost-Geschichte vom kleinen rosa Elefanten, der sich von seinem besten Freund trennen muss. Oder mit der Antwort-Suche zur Frage – Übung 4: „Woran merkt mein Kind, das ich es lieb habe?“

 

Das Ziel dieses Bindungstrainings: Sensibilisierung für die Eltern-Kind-Beziehung, Anleitung zur Krisenbewältigung, präventive Vermeidung gesundheitlicher Folgeprobleme. Wenn es gelingt, gewinnen alle: die Alleinerziehenden und ihre Kinder. Und auch unsere Gesellschaft profitiert davon, wenn es diesen Menschen wieder gut geht und sie sich stark und selbstbewusst fühlen.

 

„Je früher es uns gelingt,… ihr Selbstbewusstsein und ihre Kompetenzen zu stärken, desto geringer sind die erforderlichen Investitionen angesichts der hohen sozialen und volkswirtschaftlichen Kosten, die durch lebenslange Abhängigkeit von staatlicher Hilfe entstehen“, konstatiert Prof. Dr. Gunter Thielen, Vorstandsvorsitzender der Walter Blüchert Stiftung, in seinem Vorwort.

 

Dieses Buch hilft mit fachmännischem Rat und praktischer Anleitung. Und es macht Mut.

 

Ulrike Naim

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